Schlagwort Archiv: Alltag

Mörder-Mauken

Die Rolläden waren geschlossen, der Briefkasten seit über einer Woche nicht mehr geleert worden, aus der Wohnung drang Verwesungsgeruch: Der Vermieter eines Mehrfamilienhauses in Kaiserslautern rechnete bereits mit dem Schlimmsten. Daß es noch schlimmer sein würde, damit konnte er und die verständigte Polizei nicht rechnen.

Englisch als Wissenschaftssprache

Immer wieder stolpere ich über teilweise gezwugen anmutende englische Texte und Produktbezeichnungen, die einem deutschsprachigen Publikum etwas näher bringen möchten – die Tatsache offensichtlich ignorierend, daß bei weitem nicht jeder aus der avisierten Zielgruppe Dinge wie „We love to entertain you“ ansatzweise korrekt übersetzt. Es scheint, als sei das auch gar nicht notwendig. Die Verwendung des Englischen scheint in den Köpfen vieler Werbetexter Voraussetzung dafür zu sein, daß das beworbene Produkt auch beim jungen Publikum Anklang findet.

Eine dramatische Zunahme englischer Werbesprüche von 3 Prozent in den 80er Jahren über 18 Prozent in den 90er Jahren zu 30 Prozent ab 2000 zeigte dann auch die Studie „Sprachwahl im Werbeslogan“ aus dem Jahr 2004.

Neu ist mir, daß die Benutzung von Englisch nun neben der gesteigerten Attraktivität für jüngere Kundschaft auch Beleg für einen Beitrag von gesteigertem wissenschaftlichem Gehalt ist. Zu dieser Einschätzung kann man jedenfalls kommen, wenn man diesen Artikel in der FAZ liest. Darauf angesprochen, weshalb 6 deutsche Professoren auf einer Konferenz in Deutschland vor deutschem Publikum entgegen dem Wunsch der die Konferenz finanzierenden Stiftung ihre Vorträge auf Englisch hielten, wussten diese souverän zu kontern. Ihr Argument: Nur eine Veranstaltung mit Konferenzsprache Englisch nehme man ernst.

AG München: Double-Opt-In ist keine unzumutbare Belästigung

In einem jetzt bekannt gewordenen Urteil hat das Amtsgericht München entschieden, daß der Empfang von unerwünschten E-Mails hingenommen werden muß, wenn diese sich in der Bitte an den Empfänger erschöpfen, mitzuteilen, ob dieser in einen E-Mail-Verteiler aufgenommen werden wolle.

Das Urteil (Az.: 161 C 29330/06) ist rechtskräftig. Das Amtsgericht stellt klar, daß zwar grundsätzlich ein Unterlassungsanspruch zur Abwehr unerwünschter Werbe-E-Mails bestehe, dieser aber nicht dazu führe, daß jeglicher E-Mail-Verkehr das Risiko von Sanktionen berge.

Näheres hierzu bei Beck Aktuell.

Bundesländer veröffentlichen Rechtsprechungsdatenbanken

Die Länder Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein haben im Internet Entscheidungen der Gerichte und Staatsanwaltschaften veröffentlicht.

Die Datenbanken lassen sich von jedermann kostenlos nutzen. Die Entscheidungen scheinen in Baden-Württemberg seit 2002, in Schleswig-Holstein seit 2005 erfast zu sein.

Die erlauben die Nutzung, nicht aber die Speicherung der Dokumente. Inwieweit diese mit dem Urheberrecht in Einklang zu bringen sind, ist fraglich.