Populäre Rechtsirrtümer. Teil 2: „Eltern haften für ihre Kinder“

Immer wieder hört und liest man den floskelhaften Ausspruch „Eltern haften für ihre Kinder“. Gemeint ist damit in der Regel, daß die Eltern für von ihren minderjährigen Kindern schuldhaft verursachte Schäden aufzukommen haben. Auch durch häufige Wiederholung wird dieser Satz aber nicht wahrer. Zunächst haftet jeder nur für sein eigenes Verschulden. Für das Verschulden Dritter hat man nur dann einzustehen, wenn besondere Umstände hinzutreten, wenn man sich deren etwa zur Erfüllung einer eigenen Verbindlichkeit bedient. Einen generellen Rechtssatz, nach dem Eltern für die Handlungen ihrer minderjährigen Kinder verantwortlicht wären, gibt es nicht. Auch Minderjährige haften für ihr eigenes Verschulden. Diese Haftung aber ist gesetzlich in § 828 BGB eingeschränkt.

Eltern wiederum haften nur ausnahmsweise für das Verschulden ihrer Kinder – nämlich dann, wenn sie ihre Aufsichtspflicht in Bezug auf den Minderjährigen vernachlässigt haben. Das aber wiederum ist gerade wieder eine Haftung für eigenes Verschulden.

Das führt für den Geschädigten nicht selten zu der unangenehmen Lage, daß er auf dem von einem Minderjährigen etwa an seinem Kraftfahrzeug verursachten Schaden sitzenbleibt. Nämlich dann, wenn keine Pflichtverletzung der Eltern vorliegt und der Minderjährige selbst wegen § 828 BGB nicht haftet.

3 comments
  1. Hi,
    ich kenne eine Freundin, deren Sohn mit einer älteren Bekannten in einem Indoorspielhaus war. Das Kind war 6 Jahre alt. Es soll beim Trampolien mit einem Jungen geteilt haben und hat warum oder wieso auch immer,
    den Jungen am Hals festgehalten haben. Der Junge bekam angeblich keine Luft und das Kind reagierte nicht auf das Zurufen. (Hörbehinderung) Die Bekannte hatte sich gerade paar Minuten hingesetzt und das Kind nicht beobachtet.
    Der Sohn meiner Freundin hat sich nicht entschuldigt, wahrscheinlich Angst und auch Schock über die Reaktionen.
    Beim Verlassen des Indoorspielplatzes war die Mutter des Kindes mit einer anderen Frau draussen eine Rauchen.
    Meine Freundin erzählte mir, das die Mutter am Telefon meinte, das ihr Sohn auf der Intensivstation läge, weil er Epilepsie hatte.Sie dort auch gleich hinfahre ins Krankenhaus. Die Bekannte meiner Freundin schrieb den Vorgang auf und ging zu Polizei. Sie erfuhr dort, das die Telefonaussage nicht stimmte. Das Kind war angeblich nur beim Notfallarzt und hätte Würgemale am Hals!
    Die Polizei meldet es an das Jugendamt. Das Kind wurde agressiv eingestuft und musste dann eine Hilfe für ein Jahr annehmen.

    Die Bekannte meiner Freundin, die im Grunde doch die Aufsichtpflicht vernachlässigt hat (auch wenn sie dort mehrfach mit dem Kind war und nie was passierte usw.)
    kam gut weg. Meine Freundin musste dann darunter leiden und ebenfalls ihr Sohn. Er ist heute 9 Jahre alt!
    Diese Anzeige hat ihre Familie zerstört! Denn das Jugendamt vergißt nie und hält das den Jungen heute noch vor, der sich nicht mehr daran erinnern kann.

    Angeblich sind Kinder nicht strafmündig. Anzeigen gehen zum Jugenamt und die lassen keinen aus ihren Fingern mehr.

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