Englisch als Wissenschaftssprache

Immer wieder stolpere ich über teilweise gezwugen anmutende englische Texte und Produktbezeichnungen, die einem deutschsprachigen Publikum etwas näher bringen möchten - die Tatsache offensichtlich ignorierend, daß bei weitem nicht jeder aus der avisierten Zielgruppe Dinge wie "We love to entertain you" ansatzweise korrekt übersetzt. Es scheint, als sei das auch gar nicht notwendig. Die Verwendung des Englischen scheint in den Köpfen vieler Werbetexter Voraussetzung dafür zu sein, daß das beworbene Produkt auch beim jungen Publikum Anklang findet.

Eine dramatische Zunahme englischer Werbesprüche von 3 Prozent in den 80er Jahren über 18 Prozent in den 90er Jahren zu 30 Prozent ab 2000 zeigte dann auch die Studie „Sprachwahl im Werbeslogan“ aus dem Jahr 2004.

Neu ist mir, daß die Benutzung von Englisch nun neben der gesteigerten Attraktivität für jüngere Kundschaft auch Beleg für einen Beitrag von gesteigertem wissenschaftlichem Gehalt ist. Zu dieser Einschätzung kann man jedenfalls kommen, wenn man diesen Artikel in der FAZ liest. Darauf angesprochen, weshalb 6 deutsche Professoren auf einer Konferenz in Deutschland vor deutschem Publikum entgegen dem Wunsch der die Konferenz finanzierenden Stiftung ihre Vorträge auf Englisch hielten, wussten diese souverän zu kontern. Ihr Argument: Nur eine Veranstaltung mit Konferenzsprache Englisch nehme man ernst.

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